Gottfrieds Kochbuch

Klütje (Puffert oder Mehlpüt)

Ostfriesische Küche

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Klütje (Puffert oder Mehlpüt)

Zutatenliste

500 g Mehl,
Hefe,
Milch,
Zuckererbsen,
Birnen,
geräucherter Speck oder Kasseler,
Brühe,
Vanillesoße

Rezeptdetails

  •  
  • Land/Region
    0
  • Kosten
  • Vegetarisch
    Ja
  • Diabetisch
    Ja
  • Portionen
    6
  • Alternative Menge
  • Zubereitungszeit
    2 Stunden
  • Kilojoule
  • Fettgehalt
  • Broteinheit
  • Proteingehalt
  • Kohlehydrate
  • Schwierigkeitsgrad
    Normal
  • Geändert
    08. Dezember 2013
  • Gelesen
    4258

Notizen

Die Herstellung von Klüttje war für mich als Kind sehr geheimnisvoll.
Zuerst musste die Hefe in einer großen Tasse warmer Milch aufgehen.
Dann wurde mit Mehl ein zäher, weißlicher Teig daraus, den meine Mutter ewig lang bearbeitet hat.
Sie konnte sich nie entscheiden, ob das nun mit den Händen einfacher ging oder mit dem Mixer.
Wir besaßen zu Haus ein betagtes Gerät von Vorwerk, das sich durch beinahe alles quirlte, selbst durch den schwergängien Klütje-Teig.

Denn für sechs Personen hat der Klütje ordentlich Masse - ein gutes Pfund Mehl und ein ganzes Stück Hefe, dazu Milch zum Glattkneten - da hilft nur Handarbeit.
Schließlich ist der Teig eine schöne glatte Kugel, die mit einem Geschirrhandtuch am Topfdeckel festgebunden wird.
"De Deckel mutt in d' Pott fallen\", pflegte meine Mutter zu sagen.
Natürlich sollte der Deckel nicht wirklich "hineinfallen".
Es lassen sich aber nur Töpfe verwenden, bei denen der Deckel nicht mit dem Rand abschließt, sondern innen aufliegt - "drinfällt" eben.

Im Topf zieht schon vorher ein Stück geräucherter Speck oder Kassler bei kleiner Hitze in Brühe.
Dahinein werden die Zuckerschoten gegeben - meine Mutter hatte sie immer am Morgen gepflückt und sie waren ganz zart, eigentlich zu schade für diese deftige Art der Zubereitung.
Der Klütje wird am Topfdeckel reingehängt und gart im Dampf.
Mit dem Handtuch schließt der Deckel dicht ab, der Klütje nimmt das Aroma von Erbsen und Speck auf und geht auch dreifache Größe auf.
Wie das vor sich ging, kann man nicht sehen - das machte es so geheimnisvoll.
Die Garzeit ist etwa eine halbe Stunde.

Der Klütje wird in Scheiben geschnitten.
Auf dem Teller gibt man die Erbsen mit dem Sud dazu, jeder bekommt etwas vom Speck.
Viele Kinder mögen den herben Geschmack der Erbsen nicht.
Lecker ist Klütje auch mit gekochten Birnen - am besten die harte Sorte zum Kochen, die früher in vielen ostfriesischen Gärten wuchs, denn die hat gekocht noch Biss.
Wenn die Großen aber "Aartpulen" essen wollen, könne die Kinder Vanillesoße bekommen.

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